

Die Apartheit (Rassentrennung) ist seit 1994 dem Gesetz nach abgeschafft. Es gibt eine freiheitliche Verfassung und eine demokratisch gewählte Regierung. Doch das Land kämpft mit den Folgen der jahrhundertelangen Unterdrückung der schwarzen und farbigen Bevölkerung: Soziale Entwurzelung, geringe Schulbildung, hohe Arbeitslosigkeit, Gewalt, Kriminalität, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit .. und - in einem furchtbaren Ausmaß herrscht AIDS: Etwa fünf Millionen Menschen sind HIV positiv, davon 1,8 Millionen Kinder. Jeden Tag infizieren sich etwa 2000 Menschen mehr in diesem Land, jeden Tag werden 200 Kinder geboren, die HIV positiv sind.
HIV/Aids ist die herausragende weltbedrohende Krankheit Nummer eins. Der Virus der keinen Halt vor Landesgrenzen, Hautfarben oder Religionen macht, entwickelt sich in vielen Ländern dieser Erde zum größten Problem aller Zeiten.
Was ist HIV/Aids?
HIV (Humanes Immundefekt Virus) ist ein Virus, das vor allem die Zellen des Abwehrsystems befällt. Es vermehrt sich in ihnen, setzt sie außer Funktion und zerstört sie schließlich.
Das körpereigene Abwehrsystem kann - anders als bei den meisten anderen Infektionen - HIV nicht aus dem Körper entfernen, obwohl einige Wochen nach der Infektion Abwehrstoffe (Antikörper) gegen das eingedrungene Virus gebildet werden.
Aids (Acquired Immune Deficienvy Syndrome) ist eine schwere, durch HIV ausgelöste Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems und macht den Körper wehrlos gegen viele Krankheitserrger und anfällig für Tumoren, die ein gesunder Mensch ohne Probleme abwehrt. Die durch die Schwächung des körpereigenen Immunsystems ausgelösten Krankheiten führen schließlich zum Tode.
AIDS in Südafrika
Im Gegensatz zu Deutschland ist die Neuansteckungsrate mit dem HIV Virus und die Rate der Erkrankungen an Aids in Südafrika stark ansteigend.
Aids/HIV war im Gegensatz zu Deutschland in Südafrika ein relativ neues Problem. In der Apartheidzeit verschwiegen, im Zeitpunkt der Wende zur Demokratie, sprich Wegfall der Apartheid, nicht beachtet, offenbart sich in Teilen des Landes ein Desaster größten Ausmaßes.
Aufklärung und Beratung der Bevölkerung zeigt in vielen Teilen noch keine nachhaltige Wirkung. Auch ist der südafrikanische Staat an vielen Stellen überfordert. So können die meisten medizinischen Versorgungen im Erkrankungsfall aber auch in der Prophylaxe im Gesundheitswesen nicht geleistet werden.

AIDS, der nationale Notstand
Im Oktober 2000 wurde bei Frauen, die öffentliche Gesundheitseinrichtungen (aufgrund einer Schwangerschaft) besuchten, ein Bluttest durchgeführt. Die Stichprobe, welche auf einem Umfang von 16 548 Personen basiert, stellt fest, das 24,5 % der Testpersonen mit dem HIV Virus infziziert sind. Jedoch gibt es innerhalb des Landes sehr große zyklische Schwankungen. Am stärksten betroffen sind die Provinzen KwaZulu-Natal und Mpumalanga. In diesen beiden Provinzen im Osten Südafrikas, liegt die Infektionsrate bei über 30 %. Während sie in der westlichen Kapprovinz bei gerade 10 % liegt. Jedoch ist in allen Provinzen ein eindeutiges Ansteigen der Infektionen zu erkennen.
AIDS, Seuche der Jugend ?
Gerade junge Menschen werden Opfer des HIV Virus.Oft sind des die eigenen Werte, die an der Verbreitung der Seuche teilhaben. Wenn Kodnome, welche bekanntlich den einzigen aktiven Schutz gegen das Virus bieten, aus Gründen der Männlichkeit abgelehnt werden, ist ein Stillstand der Seuche, gerade in Gegenden in denen Saisonarbeit, Wanderarbeit, aber auch viel Fernfahrerverkehr entlang der Transitstraßen herrscht, nicht absehbar. Gerade jüngere Menschen, die sexuell am aktivsten sind, lehnen Vorbeugung sehr oft ab. Erschreckend sind dementsprechend auch die Ergebnisse im Zusammenhang mit der HIV-Neuin-fektion. (Foto: Nkosi Johnson kurz vor seinem Tod)
Gründe hierfür sind oftmals die mangelnde Wahrnehmung der Aufklärung. Zwar hängen mittlerweile in jedem Klassenraum einer Schule Plakate die über den Gebrauch von Kondomen als Schutz vor dem HIV Virus warnen, jedoch ist die Botschaft oft nicht realisiert. So behauptete selbst der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki 2001 noch öffentlich, dass AIDS durch Mangelernährung ausgelöst würde. Aber auch die Kampagnen gegen Aids laufen oft, da sie Jugendliche nicht ansprechen, ins Leere. So haben viele junge Menschen in Südafrika Probleme staatliche Aufklärung anzunehemn. Oft liegt noch ein Misstrauen aus Apartheidzeiten gegen staatliche Verordnungen im Gedächtnis vieler Jugendlicher.
Traurig, aber Realität:HIV bei Neugeborenen
Die Ansteckung mit dem Virus kann auf zweierlei Arten erfolgen. Bei der Geburt kann das Neugeborene durch das Blut der Mutter infiziert werden. Oder die Übertragung erfolgt zum späteren Zeitpunkt über die Muttermilch. Fest steht, das 50 bis 65 Prozent der HIV Infektionen bei Kindern bei der Geburt passieren. Weltweit trägt dies zu einem Anstieg der Geamtinfektionsrate von geschätzten 5 bis 10 Prozent, in Afrika zwischen 15 bis 20 Prozent bei.
( Quelle: www.nangu-thina.de )

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